Menschen bei kgs

3 Fragen an Philipp Geyer

04.12.2020 von Johanna Zinn

Stärker als je zuvor, plädiert unser HR-Business Partner in diesen Zeiten für echtes Zuhören, schnelle spürbare Mehrwerte und mehr Mut, neue Ideen im Personalmanagement umzusetzen.

Employer Engagement und Corona-Pandemie – wie geht das zusammen?

Ich denke das wichtigste ist Hinhören. Wirklich zuhören, was die Kolleg*innen beschäftigt. Man muss nicht allem zustimmen oder alles beantworten können. Aber sich mal aus seiner eigenen Perspektive zu lösen, dem Gegenüber in seinen Gedanken und Ansichten zu folgen und diese wertzuschätzen – das denke ich hilft viel. Natürlich geht dies auch prima digital. Über diese persönliche Aufmerksamkeit hinaus, nutzen wir bei kgs „PULS“, eine Umfrage, die sich einheitlich an alle Mitarbeiter*innen richtet. Der Fokus liegt auf „engagement“ und „well-being“. Interessant ist dabei, dass wir wiederholt festgestellt haben, dass Mitarbeiter*innen bei kgs mit hohem „engagement“ auch innerlich ausgeglichener sind und sich insgesamt wohler fühlen. In manchen Bereichen haben wir noch Nachholbedarf. Das nehmen wir ernst, gleichen Rückmeldungen mit unserer Unternehmensstrategie ab und entwickeln dann gemeinsam mit unseren Teams Initiativen, um diese Punkte weiterzuentwickeln.

Was ist dein größtes Learning in diesem Jahr über alle von dir begleiteten HR-Themen?

Schaffe schnell erlebte Mehrwerte – mein wichtigstes Learning in diesem Jahr. Das heißt: Schnelle, einfache Lösungen, die sich unkompliziert ausprobieren lassen, haben einen direkten Effekt für die Kolleg*innen. Diese spürbaren Veränderungen und Verbesserungen erhöhen anschließend die Bereitschaft, Zeit in die Weiterentwicklung zu investieren. Ein weiteres Learning, das damit direkt einhergeht: Mut haben. Sei mutig etwas Neues auszuprobieren und dann alle Kraft einzusetzen, um es Wirklichkeit werden zu lassen.

Was sind aus deiner Sicht die drei größten Trends in Sachen HR in 2021?

Ich nenne es „das neue Miteinander“: Unternehmen müssen sich Gedanken darum machen, welche Auswirkungen die Corona-Pandemie auch im nächsten Jahr noch auf ihre Teams haben wird. In der Homeoffice-Welt werden Themen, wie Zeit- und Aufgabeneinteilung, aber auch der Umgang mit Stress oder Konflikten in der räumlichen Distanz eine Rolle spielen. Nur noch selten oder gar keine Gespräche können noch in der Kaffee-Küche geführt werden. Wo diese z.B. Gelegenheiten boten, auch mal seinem Ärger Luft zu machen und dann ein Kollege oder eine Kollegin geholfen hat, die Situation noch mal aus einer anderen Perspektive zu betrachten. Hier denke ich brauchen Unternehmen gute neue Ideen, um ein ausgeglichenes Miteinander neu zu gestalten.

Ein weiterer Trend ist die neue Rolle des HR Managements: Von vielen HR-Abteilungen wird schon seit langem gefordert, endlich einen größeren strategischen Beitrag zu leisten und digitaler zu werden. Ich denke die Corona-Zeit  kann da ein starker Katalysator sein, sodass auch HR Abteilungen Initiative ergreifen, ihre eigenen IT-Systeme weiter zu verschlanken, Prozesse zu automatisieren und so Zeit zu gewinnen, um Kollegen durch die gerade schon erwähnten Veränderung der Arbeitswelt zu begleiten.

Als dritten Trend sehe ich eine gleichbleibend hohe Nachfrage nach neuen Talenten und Senior-Spezialisten in der Software-Branche. So vieles ändert sich, aber dieses Phänomen wird uns wie bereits seit Jahren, auch in 2021 begleiten. Unternehmen müssen sich im Gesamtpaket exzellent aufstellen, um Menschen zu begeistern.