SAP ArchiveLink® ist ein in den SAP Web Application Server integrierter Service. Er ermöglicht, elektronische Dokumente mit SAP-Anwendungen Belegen zu verknüpfen und die Dokumente später direkt aus dem zugehörigen Geschäftsvorgang anzuzeigen. ArchiveLink selbst ist weder das Archivsystem noch die Grundlage für eine ordnungsgemäße Aufbewahrung: Ob die Archivierung rechtskonform ist, hängt unter anderem vom eingesetzten Zielsystem, den Aufbewahrungsregeln, den Berechtigungen und den zugrunde liegenden Prozessen ab.
Dieser Beitrag erklärt die Funktionsweise und die wichtigsten Einsatzbereiche von ArchiveLink. Außerdem ordnet er ArchiveLink und CMIS in On-Premise-, Private-Cloud- und Public-Cloud-Szenarien ein und zeigt, wann welche Integrationsmöglichkeit geprüft werden sollte.

ArchiveLink ist ein in den SAP Web Application Server integrierter Service, der SAP-Anwendungsbelege – etwa Rechnungen oder Lieferscheine – mit Dokumenten in einem angebundenen Ablagesystem verknüpft. Als Bestandteil der SAP-Architektur stellt er die Verbindung zwischen archivierten Dokumenten und den zugehörigen Anwendungsbelegen her. Dadurch lassen sich archivierte Dokumente direkt aus dem verbundenen SAP-Geschäftsvorgang anzeigen.
ArchiveLink ist seit SAP R/3 etabliert und wird auch in heutigen S/4HANA-Landschaften eingesetzt. SAP verwaltet den eigentlichen Geschäftsvorgang und die Verknüpfungsinformationen; das angebundene Ablagesystem speichert den Dokumentinhalt. Ein einfaches Beispiel ist eine Rechnung. Der Rechnungsbeleg wird in SAP verarbeitet. Das zugehörige PDF-Dokument wird im angebundenen Ablagesystem gespeichert. Öffnet eine berechtigte Person die Rechnung aus dem SAP-Beleg heraus, ruft SAP das Dokument über die hinterlegte ArchiveLink-Verknüpfung ab und zeigt es an.
ArchiveLink ist deshalb weder das Archiv selbst noch ein vollständiges Dokumentenmanagement- oder Enterprise-Content-Management-System. Es bildet vielmehr die technische Verbindung zwischen SAP und dem angebundenen Ablagesystem.
Für Auditierbarkeit und Compliance ist wichtig: Eine ArchiveLink-Verknüpfung dokumentiert die Zuordnung zwischen SAP-Objekt und Archivobjekt. Sie ersetzt aber weder eine fachliche Aufbewahrungsrichtlinie noch die Prüfung des Zielsystems, der Berechtigungen und der Nachweisführung.
In SAP bildet ArchiveLink den technischen Ablauf zwischen SAP-Anwendung, Dokument und Content Repository ab. Ein typischer Prozess sieht so aus:
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Eine SAP-Transaktion ist eine bestimmte Funktion in SAP. Sie lässt sich meist über einen kurzen Transaktionscode, den sogenannten T-Code, starten.
Mithilfe von ArchiveLink verbindet SAP Geschäftsbelege, wie beispielsweise Rechnungen, mit Dokumenten, die in einem angebundenen Ablagesystem gespeichert sind. Damit das funktioniert, muss SAP wissen, wo Dokumente abgelegt werden, welche Dokumentarten es gibt und wie diese Dokumente den passenden SAP-Belegen zugeordnet werden.
Die folgende Tabelle zeigt typische Transaktionen und ihre zugehörigen Funktionen:
Wenn SAP ein Dokument über ArchiveLink ablegt, speichert das System den Verweis, der ein Dokument im Ablagesystem mit dem passenden SAP-Objekt verbindet in einer Verknüpfungstabelle.
Ein Verknüpfungseintrag enthält typischerweise Angaben wie den SAP-Objekttyp und die Objekt-ID sowie Dokumentart, Repository-ID und Dokument-ID. So kann SAP zu einem Geschäftsbeleg das zugehörige archivierte Dokument finden und anzeigen.
Bei sehr großen Dokumentmengen ist die Struktur der Verknüpfungsdaten auch ein Performance-Thema. In gewachsenen SAP Landschaften sollte deswegen immer geprüft werden, welche Tabelle verwendet wird, wie stark sie wächst und welche Zugriffe im Tagesgeschäft tatsächlich stattfinden.
Ein Content Repository ist ein logisch definierter Ablagebereich in SAP. Über die Repository-ID referenziert SAP die Konfiguration und das damit verbundene Speichersystem. Das Repository ist damit der logische Zugriffspunkt auf die Ablage – nicht zwingend ein eigener physischer Speicherort. Je nach Konfiguration kann der Dokumentinhalt in einer SAP-Datenbank, in einem HTTP Content Server oder in einem anderen unterstützten Content Server beziehungsweise Archivsystem gespeichert werden. Welche Speicherarten verfügbar sind, hängt unter anderem von der SAP-Version, der Repository-Konfiguration und dem Zielsystem ab.
ArchiveLink kann in unterschiedlichen Dokumentenszenarien eingesetzt werden, zum
Beispiel für:
SAP-Datenarchivierung und Dokumentenarchivierung sind dabei zu unterscheiden. ArchiveLink verbindet archivierte Dokumente mit den zugehörigen SAP-Belegen. Die technische Archivierung von Anwendungsdaten folgt eigenen Verfahren, etwa über das SAP Archive Development Kit oder SAP Information Lifecycle Management. Beide Bereiche können in einer Gesamtarchitektur zusammenspielen, erfüllen aber unterschiedliche Aufgaben.
ArchiveLink ist in vielen SAP-Landschaften aus guten Gründen etabliert:
Zu beachten ist, dass ArchiveLink allein eine Ablage nicht automatisch revisionssicher oder gesetzeskonform macht. Dafür müssen auch das Zielsystem, die Berechtigungsstruktur, Aufbewahrungsregeln, Löschprozesse und die Nachweisführung zusammenpassen.
Welche SAP Schnittstellen konkret zur Verfügung stehen, hängt von SAP-Edition, Release und Systemkonfiguration ab. Die folgenden Aussagen beschreiben die typischen Szenarien. Die Prüfung der eigenen Systemlandschaft im Einzelfall ersetzen sie nicht.
ArchiveLink ist eine SAP-spezifische Schnittstelle. Daraus ergeben sich Grenzen, wenn Unternehmen viele unterschiedliche Anwendungen, flexible Metadatenmodelle oder cloudnative Integrationsmuster verbinden wollen:
CMIS steht für Content Management Interoperability Services. Der von OASIS standardisierte, herstellerunabhängige Standard definiert Schnittstellen für den Zugriff auf Inhalte, Metadaten und Funktionen von Content-Management-Systemen.
Relevant wird der Unterschied, wenn SAP nicht mehr das einzige führende System ist oder eine Cloudstrategie umgesetzt werden soll.
Die Entscheidung hängt also vom Szenario ab:
Mehr zur strategischen Einordnung von ArchiveLink und CMIS erfahren Sie in unserem Webinar:
Unsere SAP ArchiveLink® Zertifizierungen
Bei kgs arbeiten wir seit 2005 als weltweiter Outsourcing-Partner von SAP für die Zertifizierung der ArchiveLink- und ILM-Schnittstellen. Wir decken unter anderem die Integrationsszenarien S/4-BC-AL 7.40 und S/4-BC-ILM 1.0 ab.
Neben ArchiveLink unterstützt die tia®-Produktpalette auch CMIS und ILM. Unsere CMIS-Schnittstelle wurde außerdem als weltweit erste CMIS-Schnittstelle von SAP zertifiziert.
tia® Content Server: ArchiveLink im Bestand betreiben
Der tia® Content Server unterstützt die revisionsorientierte Archivierung von Dokumenten, Anlagen und Drucklisten über die SAP-Standardschnittstellen. Damit lässt sich eine bestehende ArchiveLink-Landschaft weiterbetreiben und zugleich für hybride oder cloudnahe Zielarchitekturen vorbereiten. In gewachsenen SAP-Systemen kann ArchiveLink im Bestand weiterlaufen, während neue Anbindungen über CMIS geplant werden.
tia® Migration: Archivwechsel mit lückenlosem Nachweis
Mit tia® Migration haben wir ein Werkzeug für kontrollierte Archivwechsel im SAP-Umfeld entwickelt. Im Mittelpunkt stehen die Überwachung der Übertragung, die Prüfung der migrierten Objekte und die nachvollziehbare Nachweisführung über den abgeschlossenen Archivwechsel. Wie genau das aussehen kann, können Sie in dieser Case Study nachlesen:Unsere PUMA-Fallstudie beschreibt eine Migration von 33 Millionen Dokumenten im Zuge der S/4HANA-Einführung.
ArchiveLink ist die bewährte Brücke zwischen SAP und einem angebundenen Archivsystem. Die Schnittstelle schafft eine direkte Verbindung zwischen SAP-Beleg und Archivdokument, unterstützt etablierte Ablageszenarien und bleibt in unterstützten On-Premise- und Private-Cloud-Landschaften relevant. Ihre Grenzen zeigen sich vor allem bei Public-Cloud-, Multi-System- und allgemeinen Content-Integrationsanforderungen.Prüfen Sie deshalb nicht nur, ob ArchiveLink technisch funktioniert. Bewerten Sie gegebenenfalls auch, wie die Schnittstelle in Ihre S/4HANA-Roadmap und Cloud-Strategie passt. Für Bestandslandschaften kann ArchiveLink die richtige Wahl bleiben. Für neue cloudorientierte Szenarien sollte CMIS sofern einsetzbar frühzeitig eingeplant werden.Wenn Sie Ihre ArchiveLink-Landschaft betreiben, einen Archivwechsel vorbereiten oder die passende Schnittstellenstrategie für S/4HANA bewerten möchten, sprechen Sie uns gerne an.
SAP ArchiveLink® ist ein in den SAP Web Application Server integrierter Schnittstellenservice. Er verbindet SAP-Anwendungsbelege mit archivierten Dokumenten in einem externen Ablagesystem und ermöglicht den Zugriff aus dem zugehörigen SAP-Geschäftsvorgang.
Nein. ArchiveLink ist kein Archivsystem, sondern die Schnittstelle zwischen SAP und einem Ablagesystem. Das Archivsystem speichert und verwaltet den Dokumentinhalt; ArchiveLink stellt die Verbindung zum SAP-Business-Objekt und den späteren Zugriff her.
Archivierte Dokumente werden je nach SAP-Anwendung direkt aus dem zugehörigen SAP-Geschäftsvorgang über die Anlagenliste, das Dokumentenmenü oder eine andere integrierte Anzeige geöffnet.
ArchiveLink bleibt in SAP-S/4HANA-On-Premise- und Private-Cloud-Szenarien ein etablierter und einsetzbarer Bestandteil der Dokumentenarchivierung. Die konkrete Ausprägung und der unterstützte Funktionsumfang hängen von der jeweiligen SAP-Version und Systemkonfiguration ab.
Die Verfügbarkeit von ArchiveLink hängt von der SAP-S/4HANA-Edition und dem jeweiligen Release ab. In der S/4HANA Cloud Public Edition steht ArchiveLink nicht als klassische Standardschnittstelle zur Verfügung. Für die Anbindung externer Content Repositories kommen CMIS-basierte Integrationen in Betracht.
ArchiveLink ist eine SAP-spezifische Standardschnittstelle für die Verbindung von SAP-Anwendungsbelegen mit archivierten Dokumenten. CMIS ist ein von OASIS standardisierter, herstellerunabhängiger Standard für den Zugriff auf Inhalte, Metadaten und Funktionen von Content-Management-Systemen. ArchiveLink passt häufig zu stabilen SAP-Bestandslandschaften; CMIS ist besonders interessant für Cloud-, Multi-System- und erweiterte Content-Integrationsszenarien.
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